Unsere Freundschaftsverhältnisse.
Die Landsmannschaft Spandovia pflegt enge Verhältnisse zu anderen Studentenverbindungen (Korporationen). Natürlich in erster Linie in unserem Verband, dem Coburger Convent (CC). Die Mitglieder anderer Landsmannschaften und Turnerschaften im CC oder anderen Verbänden siezen wir aus Traditionsgründen und sprechen sie mit „Herr Verbandsbruder“ oder „Herr Waffenbruder“ an. Anders verhält es sich mit den uns liebbefreunden Landsmannschaften: Hier duzen sich die Aktiven untereinander; wir bezeichnen uns gegenseitig als „Freundschaftsbrüder“.
Landsmannschaft Darmstadtia Gießen.
Unser ältestes Freundschaftsverhältnis pflegen wir mit der Landsmannschaft Darmstadtia Gießen. Bereits seit 1893 besteht eine Freundschaft, die – ungewöhnlich für Studentenverbindungen – ohne jede formale Abmachung oder Vertrag zustanden gekommen ist, weil vor allem Mitglieder der L! Darmstadtia den Weg nach Berlin zur Fortsetzung des Studiums gewählt haben. Die Darmstädter residieren an der Klinikstraße 1 in einem der schönsten Verbindungshäuser Deutschlands – mit Rosengarten, Freisitz, einem prächtigen Turm und einem Kneipsaal inkl. spektakulärem „Drachenfelsen“. Ebenso beliebt bei den Aktiven sind zu späterer Stunde die Turm- und Kellerkneipe.
Landsmannschaft Zaringia Heidelberg.
Unser zweitältestes Freundschaftsverhältnis zur Landsmannschaft Zarinigia Heidelberg vereinigt im Vandalia Breslau wurde im Wintersemester 1921/ 1922 begründet, als wir Spandauer zusammen mit den darmstädter Freundschaftsbrüdern die Aufnahme der „Zähringer“ in das Goldkartell unterstützten. Durch die vielen gemeinsamen Bundesbrüder mit Darmstadtia, die beide Bünde damals hatten, kam es fast zwangsläufig zu dem Freundschaftsverhältnis, das uns jahrzehntelang die meisten „Doppelbänderleute“ bescherte. Die L! Zaringia thront auf dem Schlossberg mit einem famosen Ausblick über die heidelberger Altstadt und einer großen Terrasse, von der aus man diesen Blick genießen kann. Ebenso spektakulär ist der Tiefkeller der Freundschaftsbrüder. Hier gilt: Come in and find out..!
Der Dreibund.
Mit den „Zähringen“ verbindet uns ebenso wie mit den Darmstädtern eine gemeinsame Zeit im sog. „Goldkartell“ des CC: Damstadtia und Spandovia waren bereits Mitglieder des Kartells, als die L! Zaringia beginnend mit 1922 um Aufnahme ersuchte, die 1925 zunächst erfolgte, dann jedoch widerrufen wurde. In der Folge der entscheidenden Sitzung verließen L! Darmstadtia und L! Spandovia mit sofortiger Wirkung ebenfalls das Goldkartell: Die drei Bünde suchten eine andere Art von Freundschaft als das Goldkartell sie uns bieten konnte oder wollte. In der Folge schlossen sich die drei wechselseitig miteinander verbundenen Landsmannschaften inoffiziell zum „Dreibund“ zusammen – also in einer losen Form fester Freundschaft. Wir verstehen uns ausdrücklich nicht als „Kartell“ oder als „ein Bund an drei Hochschulorten“, obgleich sich die aktiven Mitglieder auf allen drei Stiftungsfesten sehen sowie auf den Dreibundkneipen am Anfang des Jahres und zu Pfingsten in Coburg. Besonders für die aktuelle Generation ist der Dreibund von Bedeutung: im Januar 2025 konnten wir dessen 100. Jubiläum in Gießen feiern.
L! Hammonia-Marko Natangia Hamburg.
Seit 1932 besteht unser Freundschaftsverhältnis mit der L! Marko Natangia Königsberg, die 1953 durch Fusion mit der L! Hammonia Hamburg zur heutigen Landsmannschaft Hammonia-Marko Natangia wurde. Durch die räumliche Nähe zu den „Hammonen“ finden regelmäßig gegenseitige Besuche der Aktiven zwischen Hauptstadt Berlin und dem „Tor zur Welt“ Hamburg statt. Unsere Freundschaftsbrüder aus Hamburg sind bekannt für große Gläser, bunte Hosen und rauschende Ballnächte im Überseeclub.
L! Alemannia-Silesia Clausthal.
Im Harz hat unser jüngster Freundschaftsbund seinen Sitz: Durch eine Arbeitsgemeinschaft, die Spandovia zu Beginn der 1960er Jahre mit der ehemaligen L! Silesia Greifswald pflegte, entstand das Freundschaftsverhältnis zur heutigen Landsmannschaft Alemannia Silesia Clausthal. Wenn unsere Aktiven im Norden unterwegs sind, liegt ein Heimweg mit Umweg über Clausthal nie fern. Wenn Spandovia Stiftungsfeste feiert, sind „die Clausis“ meist am mannstärksten als Gäste vertreten und beehren uns mit ihrer alten Tradition des „Mitternachtsschreis“, der im Steigerlied mündet. Bekannt sind die Clausis für kalte Bergseen im „Sommersemester“, „Brettljausse“ (eine Art Schlachteplatte für die fast jeder Freundschaftsbruder ein eigenes, besonderes Messer hat) und Schnee hinter dem Haus im Mai.
Was unsere Freundschaftsverhältnisse bedeuten.
Es ist wie im normalen Leben: Man kann nicht alle Freundschaftsbrüder persönlich kennen. Aber wenn man einander kennenlernt, begegnet man sich mit Offenheit und einem „Vertrauens- und Freundschaftsvorschuss“, weil die Verbindungen untereinander befreundet sind. So, wie wir uns unter Bundesbrüdern vertrauen und helfen, gilt das ähnlich gegenüber unseren Freundschaftsbrüdern.
Ehrensache, dass Aktive der vier Bünde, die ein Praktikum in Berlin machen oder ihr Studium hier fortsetzen, immer einen Platz auf der Villa Spandovia bekommen. Ebenso klar, dass jeder Freundschaftsbruder immer einen Platz an unserer Kneiptafel findet und von uns untergebracht wird, wenn er mit uns feiert. Im Gegenzug werden wir ebenso freundlich in Clausthal, Hamburg, Heidelberg und Gießen empfangen. Auch deswegen haben wir viele Bundesbrüder, die neben den Spandauerfarben noch ein weiteres Band eines Freundschaftsbundes tragen.
Mit den Spandauern lernt man schon aufgrund unserer Freundschaftsverhältnisse mehr von Deutschland kennen: Wir besuchen gegenseitig unsere Stiftungsfeste oder unternehmen Fuxen- und Aktivenfahrten zueinander oder gemeinsam zu Alten Herren von Österreich bis Düsseldorf, von Frankfurt bis nach Köln. Wir pflegen untereinander echte Freundschaften, die durch den institutionalisierten Charakter aber auch eine familiäre Komponente haben: Deswegen nennen wir uns auch FreundschaftsBRÜDER!